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Stabilisierende und bewegende Muskulatur (1)

Die Funktionsweisen der Muskulatur im Körper sind unterschiedlicher Natur und dienen
unterschiedlichen Zwecken. Wir unterscheiden zwischen stabilisierenden Muskeln, dem lokalen System und bewegenden Muskeln, dem globalen System. Warum gibt es diese Unterscheidung und was genau ist der Unterschied dieser Muskeln zueinander, was bewirken sie und vor allem, in unserem Interesse: Warum muss man sie unterschiedlich trainieren und wie?

Die jeweiligen Begriffe stabilisierend/lokal und bewegend/global erklären schon ein wenig worum es geht.

Die stabilisierenden Muskelzüge dienen der aufrechten Haltung unseres Körpers. Wenn wir gerade stehen, sind es diejenigen Muskelzüge die die Wirbelsäule in ihrer Form und Aufrichtung stabilisieren ohne dass eine, von außen sichtbare, Bewegung zu erkennen ist. Somit halten diese Muskelzüge nach Meier zwei Drittel der Arbeit inne, was einer enormen Ausdauerleistungsfähigkeit entspricht.

Die bewegenden Muskeln kommen zum Einsatz sobald eine sichtbare Körperlagenveränderung zu erkennen ist. Diese großen Muskeln, das globale Muskelsystem, von denen im Training gern gesprochen wird sind für jegliche Bewegungen verantwortlich und halten ebenso in gewisser Weise das Gleichgewicht des Körpers.

Die stabilisierenden Muskeln sind bei einer sichtbaren Bewegung jedoch schon „lange vorher“ im Einsatz. Die „Stabilisierung“ des Körpers über globale Muskelzüge verlangt einen Höchstaufwand, da diese zu weit von der Wirbelsäule entfernt sind. In einer Studie von Cresswell und anderen konnte festgestellt werden das bei allen, selbst den schnellen Bewegungen des Rumpfes und der Extremitäten (Werfen, Schlagen, Schießen,…) die stabilisierende Muskulatur bereits vor der sichtbaren Bewegung aktiviert wird.

Jetzt wird sicher der ein oder andere Sportler sagen: „Klar, diese Aktivierung ist ja auch unwillkürlich und somit immer vorhanden, das macht der Körper ja von alleine also brauch ich die ja nicht trainieren…„ Recht hat er aber nur in dem Punkt der unwillkürlichen Aktivierung!

Weiterhin zeigt nämlich die Studienlage dass Rückenschmerzpatienten meist ein Ungleichgewicht in den Stabilisatoren der Wirbelsäule aufweisen und dies keinesfalls durch das Training der globalen Muskulatur behoben werden kann.

Demnach bringt es uns „nichts“ Lat und Sixpack mit größtmöglicher Intensität zu trainieren!

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